Beleuchtungsballon


Weitere Bezeichnungen: Helium-Beleuchtungsballon; (Umgangssprachlich fälschlicherweise auch "Powermoon". Powermoon ist aber nur ein Hersteller)

Kategorie: THW-Ausstattung

Kurzbeschreibung:
Zum ausleuchten von Großschadenslagen. Ballon ab vier Meter Durchmesser wird mit Helium befüllt und ca. 10 - 50 Meter in die Luft gelassen. Von dort leuchtet er die Umgebung blend- und schlagschatten frei aus.

Beschreibung: 
Das THW hat verschiedene Leuchtballone mit mindestens 4 m Durchmesser. Der Ballon wird mit Helium gefüllt und dient zur Ausleuchtung von Einsatzstellen. Mit dieser Heliumfüllung sind Einsatzhöhen von 10 - 50m möglich. Das elektrische Anschlusskabel wird durch die Tragkraft des Ballons hochgezogen und speist die innenliegenden Quecksilberhochdruckdampflampen. Zur Absicherung gegen den Wind ist der Ballon mit einem Netz umgeben, welches zusätzlich von 3 Abspannseilen unterstützt wird. Die Hauptsicherung gegen Wegfliegen und zur Steuerung des Ballon wird durch ein Stahlseil  vorgenommen. Bei einer Einsatzhöhe von 30 - 40 Metern leuchtet der Ballon einen Radius bis zu 150 Metern blend- und schlagschattenfrei aus.
Der Lichtballon ist zuverlässig. Die integrierte elektronische Steuerbox überwacht sowohl den elektrischen Zustand als auch den Druck im Inneren der Ballonhülle. Bei kleinsten Unregelmäßigkeiten schaltet das System die Stromzufuhr automatisch ab.
Auf Grund ihrer Kompaktheit kann die komplette Beleuchtungseinheit mit einem Hubschrauber verlastet werden und zu ihrem Einsatzort verbracht werden. Das Helium muß per Straßentransport an die Einsatzstelle geliefert werden.


Einsatzmöglichkeiten:
Technische Daten des Helimax 550 (Standarttyp beim THW):

Technische Daten des Solarc 500 (Standarttyp beim THW):

Aufbauzeit:
Die Ballone sind in ca. 25 bis 30 Minuten einsatzbereit

Was wird benötigt?

Komponenten (Beispiel):


Zusätzliche Informationen:


Das Gas - Helium 4,6:
Helium ist ein Bestandteil unserer Atemluft und auch in geschlossenen Räumen nicht gefährlich. Es ist nicht giftig, nicht brennbar, nicht explosiv und deshalb ohne viel behördlichen Aufwand benutzbar. Lieferbar in verschiedenen Flaschengrößen - überall in Europa. Füllungen mit Helium haben keinen Einfluss auf die Lichtcharakteristik. Die Zeppelin-Katastrophe von Lakehurst passierte durch das Trägergas Wasserstoff - mit Helium wäre die Explosion unmöglich gewesen.
Die Ballonhülle:
Eine spezielle Textilhülle aus gewebtem Komplexwerkstoff. Sie verhindert das Platzen wie ein herkömmlicher Ballon bei Berührung mit scharfen Kanten oder spitzen Ecken. Die Hülle garantiert einen höchst geringen Gasverlust durch hohe Diffusionsfestigkeit. Sie ist sehr UV-besthändig, die Innen- und Außenseite trägt ein spezielles Anti-UV-Coating gegen HMI-Licht. Sie ist nicht brennbar.
Das Licht - Die Brenner:
Es zwischen Halogen- und HMI-Brennern unterschieden. Halogen-Brenner erzeugen ein warmes, gelbliches Licht - auch als Kunstlicht bezeichnet. HMI-Brenner - auch Lichtbogen genannt - liefern ein dem Tageslicht gleichzusetzendes, kaltes, bläuliches Licht. HMI-Licht wird nicht von einem Glühfaden erzeugt, sondern von einem Lichtbogen zwischen zwei Elektroden. Die Leistungen reichen von 1.000 - 32.000 Watt bei 3.200 - 6.000 Grad Kelvin. Je nach Ballongröße werden merere Brenner miteinander kombiniert. Alle in airstar-Lichtballons verwendeten Brenner sind im gut sortierten Lampen-Fachhandel erhältlich.
Die Lichtcharakteristik:
Eine homogene, weiche und absolut blendfreie Ausleuchtung von Flächen der Größe 1.000 - 40.000 qm,
Eine völlig gleichmäßige Verteilung des Lichts (3600),
Einen variablen Einsatz verschiedener Lichtquellen für wechselnde Ansprüche oder Einsätze,
Die Führung von Lichtenergie von einer Bodenstation (mit Abschaltautomatik bei jeder Störung) zur Leuchtsektion innerhalb der Ballonhülle. Das erzeugte HMI-Licht hat eine Farbtemperatur von 5.600 - 6.000 Grad Kelvin. Bei Verwendung von elektronischen Vorschaltgeräten ist das Licht absolut flimmerfrei.
Handling:
Natürlich sind Lichtballons empfindlicher als andere, gewöhnliche Ballons. Alleine schon wegen der Beleuchtungseinheit im Inneren der Hülle und dem Stromkabel wird die Auftriebskraft des Ballons eingeschränkt. Je größer der Ballon, desto weniger wirkt sich dieser Umstand aus. Wie bei allen "windabhängigen" Körpern sind gute Wetterbedingungen schon fast eine Voraussetzung.
Die Luftfahrtbehörde sieht in ihren Auflagen bestimmte Höchstwindgeschwindigkeiten und das Betreiben durch geschultes Personal vor - zumindest bei den größeren Ballons. Darum empfehlen wir in Ihrem eigenen Interesse, bei größeren Modellen und Veranstaltungen mit mehreren Lichtballons, sich auf unser erfahrenes Fachpersonal zu verlassen und zu engagieren. Wenn wir auch widrige Windbedingungen nicht verhindern können - so wissen wir wenigstens, was in bestimmten Fällen zu tu
Bestimmungen:
Bei Ballonlicht handelt es sich um ein "Luftfahrzeug". Dadurch bedingt, ist unter Umständen eine Genehmigung bei den betreffenden Behörden einzuholen. Dies betrifft besonders innerstädtische Veranstaltungen, Events in historischem Umfeld, in der Nähe von Flughäfen und Starkstromleitungen.


Weitere Informationen:
Link zum Hersteller: http://www.airstar-light.com/ (englisch)
Link zum Hersteller: http://www.powermoon.de/

THW-Seite: http://www.thw-powermoon.de/

Feuerwehrmagazin: Februar 2003, Seite 76-79, "THW und Feuerwehr: Künstlicher Mond"


Siehe auch unter "Solarc"
Siehe auch unter "Powermoon-Leuchtballon"